Fachartikel: Stress: Wie Sie ihn meistern und für sich nutzen

Fachartikel vom 6. April 2016

Verschiedene Artikel in der Presse zeigen uns immer wieder auf, dass Stress ein wichtiges Thema ist, das uns beschäftigt – besonders am Arbeitsplatz. Jeder zweite Arbeitnehmer fühlt sich laut dem DGB-Index Report 2015 in seinem Job gehetzt und großem Druck ausgesetzt.

Fachartikel Stress_Daniel Hoch

Foto: pathdoc / Fotolia

Lediglich 15 % geben an, dass ihre Tätigkeit sie „nie“ unter Zeitdruck setzt. Woran liegt das? Und: Was macht Stress mit uns? Gibt es positiven Stress, aus dem Sie sogar einen Mehrwert ziehen? All diesen Fragen möchte ich in meinem aktuellen Fachartikel zum Thema nachgehen.

In meiner Tätigkeit als Business Coach und Berater ist die Fragestellung „Wie gehe ich mit Stress richtig um?“ bei Kunden verschiedener Branchen ständig präsent. Für mich ist diese Tatsache Anlass genug, dem Sachverhalt auf den Grund zu gehen. Ich möchte Ihnen meine neuesten Umfrageergebnisse präsentieren, Ursachen und Auslöser von Stress näher beleuchten und Ihnen als Fazit am Ende des Artikels nützliche Rezepte für Ihren Umgang mit Stress an die Hand geben.

 

a) Das sind die häufigsten Auslöser von Stress

Auf die Frage: „Was stresst Sie?“ antworteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer meiner Umfrage:

  • Zeitdruck
  • Überlastung durch Multitasking
  • zu hohe Anforderungen
  • äußere Einflüsse, z. B. Lärm
  • Unsicherheiten
  • Strukturlosigkeit
  • Unzuverlässigkeit

Bestimmt erkennen Sie einige Auslöser wieder. Auffällig hierbei ist, dass sich fast alle Antworten auf die Situation am Arbeitsplatz beziehen, obwohl ich die Fragestellung bewusst neutral formuliert habe. Bedingt durch hohe Ansprüche, denen Sie sich ausgesetzt fühlen und das Koordinieren mehrerer Aufgaben gleichzeitig, wächst der Druck im Job. Hinzu kommen Stresssituationen, die durch Fremdverschulden ausgelöst werden: Verzögerte Zuarbeiten und utopische Deadlines verstärken die Last auf den eigenen Schultern.

 

b) So äußert sich Stress bei Ihnen

Auch hier kristallisieren sich deutliche Tendenzen in meiner Umfrage heraus. Auf die Frage: „Welche Auswirkungen hat Stress auf Sie?“ gaben die Teilnehmenden folgende Antworten:

  • Verspannungen, Kopfschmerz, Migräne, Schlaflosigkeit
  • Ungesunde Ernährung
  • Aggressivität
  • Verlust von Kreativität und Produktivität

Sie finden dieses Ergebnis wenig überraschend? Sie erkennen sich selbst wieder? Mag sein. Es ist wichtig, die eigenen Symptome zunächst zu erkennen, um eine Strategie im Umgang mit Stress zu entwickeln. Sprechen Sie dem Phänomen die angemessene Bedeutung zu und nehmen Sie sich die Zeit für eine ausführliche Analyse Ihres Stressverhaltens, um die wahren Gründe zu finden und zu ändern.

 

c) So bekämpfen Sie stressige Situationen

Die Antworten auf meine Frage „Was hilft Ihnen gegen Stress?“ geben Ihnen Aufschluss darüber, welche Methoden in der Stressbewältigung Sie am liebsten nutzen. Hierbei lassen sich die am häufigsten genannten Antworten in kurz- und längerfristige Bewältigungs-Techniken unterteilen:

  • tiefe Bauchatmung, kurze Pause, Bewegung, frische Luft, Meditation
  • Sport
  • 20 min in ein gutes Buch vertiefen, Garten- oder Hausarbeit bei Musik
  • soziale Kontakte
  • Strukturen zu schaffen

In Ihren Antworten liegen bereits Ansätze verborgen, die ich meinen Kunden als Trainer mit auf den Weg gebe. Es ist überaus wichtig, sich einen Gegenpol zum Stress am Arbeitsplatz zu verschaffen: Ob das ein gutes Buch, ein Konzert oder Sport ist, entscheiden Sie selbst ganz nach persönlicher Vorliebe. Aber achten Sie darauf, dass diese Strategie nicht auf eine Flucht hinausläuft: Sinnvoller ist es, zusätzlich zum privaten Ausgleich auch im Job eine Strategie zu entwickeln, die sie am Arbeitsplatz ganz gezielt verfolgen! Stress entsteht vor allem bei fehlender Klarheit.

Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und zeige Ihnen, wie Sie Stress sogar für sich nutzen – erfahren Sie dank meiner Erfolgstipps, welchen Mehrwert positiver Stress für Sie hat.

 

Meine Erfolgstipps: So nutzen Sie Stress

Wer im Job stark gefordert wird, der schafft auch viel.

 So lautet das Fazit der Süddeutschen Zeitung, die vergangenen Monat dazu aktuelle Studienergebnisse der Columbia University veröffentlichte. Untersucht wurden die Auswirkungen von Deadlines auf Mitarbeiter. Und siehe da, es zeigte sich: Starke Beschäftigung und verschiedene Aufgaben bewirken höhere Produktivität! Und wer viel schafft, ist im Anschluss zufriedener mit sich selbst. Denn oft sind es tatsächlich das Aufschieben der Aufgaben oder die fehlende Organisation, die den Stress verursachen.

Lesen Sie hier meine Top 3 Tipps im Umgang mit Stress:

 

  1. Analysieren Sie Ihre Grenzen

Denken Sie an die Redewendung: „Es ist wichtig, den Feind zu kennen.“ Stress bildet hierbei keine Ausnahme. Nehmen Sie sich dafür Zeit, setzen Sie sich einen Termin zur Analyse und seien Sie ehrlich zu sich selbst: In welchen Situationen führt Stress dazu, dass Sie sich unwohl fühlen?

Jeder Mensch hat seine eigenen Grenzen und fühlt sich in anderem Maße von verschiedenen Situationen unter Druck gesetzt.
Leiden Sie unter Lärm am Arbeitsplatz? Sind sie z. B. einem permanenten Schallpegel ausgesetzt, weil Sie in einem Großraumbüro arbeiten, sollte dieser Stressfaktor auf keinen Fall unterschätzt werden. Informieren Sie sich über Lärmschutz-Regelungen und reden Sie mit Ihrer Führungskraft.

Ist Stress für Sie gleichbedeutend mit Überforderung, weil Sie viel zu viele Aufgaben gleichzeitig betreuen? Hier gilt: Schaffen Sie sich feste Strukturen! Unterteilen Sie Ihre Aufgaben in Prio A und B, erstellen Sie Wochenpläne und setzen Sie sich feste Termine in Ihren Kalender.

Oder fällt es Ihnen schwer, Berufliches und Privates zu trennen, weil Sie nie den Kopf frei haben? In diesem Fall empfehle ich Ihnen, in Ihre Freizeit regelmäßige Sport-Einheiten zu integrieren: Er hilft Ihnen dabei, neue Kraft zu tanken und unnötige Grübelei verschwindet ganz von selbst. Ich spreche aus Erfahrung und bekomme inzwischen ein eher schlechtes Gefühl, wenn ich keinen Sport machen darf.

Wenn Sie sich erst einmal bewusst gemacht haben, welche Dinge Sie mit negativem Stress belasten, fällt es Ihnen sicherlich leicht, Ihre persönliche Strategie zu entwickeln, um Abhilfe zu schaffen. Jedes Problem kennt eine Lösung!

 

  1. Setzen Sie auf die positive Wirkung

Schon mal von positivem Stress gehört? Den gibt es tatsächlich: Oftmals haben Deadlines und strenge Vorgaben positive Auswirkungen. In Stress-Situationen reagieren wir konzentrierter, produktiver und wissen genau, welche Aufgabe wir erfüllen müssen.

Auf die Frage „Gibt es für Sie eine positive Seite am Stress?“ antworteten meine Umfrage-Teilnehmer:

  • Erhöhung des Arbeitspensums & der Konzentration
  • Fokussierung
  • Befriedigung bei Vollendung der Aufgaben, die Stress verursachen (Abschlüsse)
  • dass man von der eigenen Komfort- in die Stresszone gezwungen wird und sich selbst überwindet

Der sogenannte Eustress (eu = griech. „gut“) wirkt als positive Kraft: Sie sehen Sie sich vor neue Herausforderungen gestellt, denen Sie motiviert entgegentreten können. Das ist aufregend und fordert Sie – von Überforderung fehlt hier jede Spur. Akzeptieren Sie das Gefühl des „guten“ Stresses und machen Sie etwas daraus! Ihr Selbstwertgefühl wird es Ihnen danken. Trauen Sie sich etwas zu!

 

  1. Entdecken Sie den Lerneffekt

Aus jeder Stresssituation lernen Sie. Auch wenn Sie in akuten Phasen das Gefühl haben, dass Ihnen das Wasser bis zum Halse steht oder dass Sie vor einer unlösbaren Aufgabe stehen: Nehmen Sie diese Erkenntnisse doch einfach mit in die nächste Runde, schließlich haben Sie überlebt! Wie haben Sie die letzte Stresssituation gemeistert? Notieren Sie sich Ihre Erfolge in einem extra angelegten Notizheft. Und falls Sie die unlösbare Aufgabe tatsächlich nicht erfüllt haben: Woran lag es?

Unbedingt auch Misserfolge dokumentieren, denn sie tragen besonders dazu bei, dass Sie von Situation zu Situation wachsen.
Sie werden sehen: Wenn Sie nächstes Mal längerfristig planen oder sich selbst mehr zutrauen, sinkt Ihr Stresslevel enorm.

Sie haben sich aus Ihrer Komfort- in die eigene Stresszone gewagt? Sie haben diese Aufgabe, vor der Sie sich so lange gedrückt haben, endlich erledigt? Sie haben dabei sogar ein tolles Ergebnis erzielt? Herzlichen Glückwunsch, Sie haben aus Stress gelernt.

Ich hoffe, dass Ihnen mein Fachartikel zum richtigen Umgang mit Stress eine kleine Hilfestellung gibt. Wenn Sie an einem individuellen Coaching oder an meinem Vortrag zum Thema interessiert sind, dann kontaktieren Sie mich gern!

In der Ruhe liegt die Kraft und in der Umsetzung eine Chance: Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute.

Ihr

Daniel Hoch
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