Fachartikel: Warum es falsch ist, Mut zu Fehlern zu propagieren

Fachartikel vom 04.05.2016

Bestimmt kennen Sie den Leitspruch „Hab Mut zu Fehlern“. In meinem Fachartikel für den Monat Mai zeige ich Ihnen, warum Sie mit diesem Credo falsch liegen und worauf es im Umgang mit Fehlern wirklich ankommt.

Niemand macht gern Fehler, dennoch passieren sie: Irren ist menschlich! Im besten Fall lernen Sie sogar aus Ihren Fehlern und handeln zukünftig anders. Doch was passiert, wenn „Mut zu Fehlern“ zu Ihrem Lebensmotto avanciert? Als Berater stoße ich bei meinen Klienten immer wieder auf diesen Motivationsspruch. Aber ich bitte Sie: Nehmen Sie ihn nicht allzu ernst. Oder zumindest: Interpretieren Sie ihn auf die einzig sinnvolle Art und Weise, die ich Ihnen anhand meines Artikels aufzeigen möchte.

Foto: ra2 studio / Fotolia

In meiner neuesten Umfrage zum Thema „Wie gehen Sie mit Fehlern um“ passierte etwas Erstaunliches: 100 % von Ihnen antworteten auf die Frage „Darf man Fehler machen?“ mit „Ja“ – ein eindeutiges Ergebnis, das zeigt, wie ehrlich Sie zu sich selbst sind. An dieser Stelle sage ich noch einmal danke für die rege Teilnahme und zahlreichen Antworten, die mich zu diesem Thema erreicht haben. Und natürlich haben Sie damit Recht: Fehler lassen sich nicht immer vermeiden, besonders, wenn Sie bei Ihrem Handeln ein gewisses Risiko eingehen. Doch meine Umfrage hat mir noch andere Aspekte aufgezeigt, wie Sie mit Ihren Fehlern umgehen, auf die ich im Folgenden eingehe:

 

a) Auf die Frage „Wie reagieren Sie, wenn Sie einen Fehler gemacht haben?“ lauteten die Top-Antworten meiner Umfrage:

  • Ich ärgere mich und versuche, den Fehler nicht zu wiederholen
  • Ich analysiere: Was habe ich falsch gemacht?
  • Ich lache darüber
  • Ich bin von mir genervt
  • Ich versuche, so gut wie möglich daraus zu lernen
  • Ich frage mich nach dem Ursprung
  • Ich bügel ihn schnell wieder aus und entschuldige mich

In Ihren Antworten steckt sehr viel positive Energie, Sie denken lösungsorientiert: Die meisten von Ihnen versuchen, aus einem begangenen Fehler einen Nutzen zu ziehen, um zukünftig erfolgreicher zu handeln. Fragen Sie sich: Wofür habe ich diesen Fehler begangen? Welchen Schluss ziehe ich daraus? Zuvor ist die Analyse des Warums ein wichtiger Faktor: Warum ist mir dieser Fehler passiert?

Über ein Missgeschick zu lachen, kann Ihren Antworten zufolge ebenfalls helfen. Hierbei muss natürlich zwischen der Tragweite unterschieden werden: Nicht alle Fehler lassen sich (leicht) beheben oder sind mit einer Entschuldigung vom Tisch. Gerade im Business haben Fehlentscheidungen oft fatale Konsequenzen: Die ausgesprochene Kündigung oder das ausgeplauderte Geschäftsgeheimnis lassen sich nicht einfach rückgängig machen.

 

b) Auf die Frage „Wie umgeht man Fehler?“ lauteten die häufigsten Antworten meiner Befragten:

  • durch Planung und Organisation
  • achtsam sein
  • Folgen bedenken
  • bewusst leben
  • Fakten erfassen
  • Konzentration
  • bereits begangene Fehler in Erinnerung rufen
  • gar nicht

Die meisten von ISprücheklopfer---19.04.16hnen sind der Meinung, dass sich Fehler durch Strukturen wie gute Organisation und Durchdenken der Konsequenzen vermeiden lassen. Viele antworteten auf meine Frage auch, dass sich Fehler einfach nicht umgehen lassen. Und warum sollte man das wollen, wo Sie doch aus Fehlern lernen können? Dazu in meinen Rezepten zum richtigen Umgang mit Fehlern mehr, zunächst möchte ich Ihnen die Antworten auf meine letzte Frage zum Thema nicht vorenthalten.

 

 

c) Auf die Frage „Was halten Sie von dem Sprichwort ‚Aus Fehlern lernt man‘?“ fielen Ihre Antworten weitgehend einstimmig aus:

  • Dem kann ich nur zustimmen
  • Es kommt auf die Situation drauf an
  • Aus Fehlern wird man klug
  • Ist passend, sofern man bereit ist den Fehler anzunehmen
  • Trifft nicht immer zu
  • Da stimme ich voll und ganz zu.
  • Wer daraus lernen will, tuts auch. Wem es nicht wichtig ist, der lernt auch nichts.
  • Denselben Fehler macht man nur einmal

Auch hier bin ich ganz bei Ihnen: Sie lernen aus Ihren Fehlern, sofern Sie sich falsche Entscheidungen bewusst machen und sich eingestehen: „Hier hätte ich anders handeln müssen.“ Wenn Sie nicht bereit sind, sich einen Fehltritt einzugestehen oder Kritik an Ihnen abperlt, dann werden Sie auch zukünftig weiterhin fleißig danebenliegen. Reflexion und Kritikfähigkeit sind für den Lerneffekt unverzichtbare Eigenschaften. Erst dann ist es Ihnen möglich, mit den eigenen Fehlern konstruktiv umzugehen.

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Lesen Sie mehr dazu in meinen Tipps:

 

Deshalb ist „Mut zu Fehlern“ das falsche Credo:

 

1. Wer „Mut zu Fehlern“ propagiert, ermutigt sich selbst, Fehler zu machen. Entdecken Sie den Widerspruch? Ermutigen sollten Sie sich vielmehr zu Risikobereitschaft oder Durchsetzungsvermögen. So kommen Sie ans Ziel und vermeiden Fehler, wo sie unnötig sind.

 

2. Fehler passieren. Das ist nicht schlimm. Gravierend wird es jedoch, wenn Fehler durch Konzentration oder Durchdenken einer Handlung im Vorhinein hätten verhindert werden können – und trotzdem passieren und sich wiederholen.

 

3. Nicht durch das Machen eines Fehlers gelangen Sie zum Ziel. Vielmehr kann der ein oder andere Fehltritt Sie auf dem Weg zum Ziel begleiten und Ihnen Erkenntnisse bringen. Ja, er kann sie sogar voranbringen: Wenn Sie aus ihm lernen und zukünftig anders handeln. Allerdings heißt das nicht, dass ein Fehltritt unbedingt nötig ist.

 

Meine Top 3 Rezepte – So gehen Sie mit Fehlern richtig um:

 

 1. Stehen Sie zu Ihrer Risikobereitschaft!

Gehen Sie Risiken ein und stehen Sie dazu! Natürlich passieren Ihnen dadurch hier und da Fehler – aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und schließlich lernen Sie für das nächste Vorhaben daraus. Wenn Sie sich zu schnell von Neuem und Unbekanntem verunsichern lassen, werden Sie auf ewig im „Was-wäre-wenn“-Modus hängenbleiben. Ihre Ideen bleiben Ideen, wenn Sie sich davor scheuen, sie einfach in die Tat umzusetzen. TUN!

 

2. Handeln Sie bewusst!

Ich sage nicht „Haben Sie Mut zu Fehlern“, sondern: Handeln Sie bewusst! Analysieren Sie mögliche Konsequenzen im Vorhinein, stecken Sie Ihre Ziele genau ab und entwickeln Sie Ihre persönliche Strategie. Reflektieren Sie einen Fehltritt! Dann sind Sie schlauer und gehen mit dieser Erkenntnis lösungsorientiert in die nächste Entscheidung. Nur so wachsen Sie an Ihren Fehlern. Nutzen Sie mein SMARTE ® Modell zur Vorbereitung.

 

3. Nehmen Sie es peSprücheklopfer-03.05.16rsönlich und betrachten Sie es objektiv.

Nehmen Sie es (nicht zu) persönlich, wenn Ihnen ein Fehler passiert. Bleiben Sie objektiv im Umgang mit den Konsequenzen: Entschuldigen Sie sich und beseitigen Sie das Chaos so gut wie möglich. Wichtig: Danach blicken Sie wieder nach vorn und nicht zurück. Nehmen Sie die neu gewonnene Erkenntnis mit. Fatal hingegen, wenn Sie denken: „Das konnte ja nur mir passieren, typisch! Am besten ich gebe gleich auf.“ Konzentrieren Sie sich nicht zu sehr darauf, perfekt zu sein: Dadurch verpassen Sie viele Sichtweisen & Chancen!

 

Konnten Ihnen meine Tipps die ein oder andere Anregung zum richtigen Umgang mit Fehlern geben? Das hoffe ich! Zögern Sie nicht, meine Hilfe für ein professionelles Coaching in Anspruch zu nehmen – ich bin gern für Sie da.

Haben Sie keine Angst vor Fehlern – wichtig ist nur, dass Sie damit richtig umgehen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Erreichen Ihrer Ziele!

 

Ihr

Daniel Hoch

Pressebild von Daniel Hoch für Homepage und youtube- Infokarten

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