Fachartikel: Schritt für Schritt zum perfekten Aufschieber

Dieses Phänomen kennen viele, die mit beiden Beinen im Berufsleben stehen: die Arbeit häuft sich und Sie bewältigen sämtliche Aufgaben konzentriert und zielstrebig. Zwischendurch noch einige Anrufe. Dann möchte auch noch der Chef Einsicht in eine Akte nehmen. Sie spurten zum Verteiler und besorgen ihm die von Ihnen sorgfältig abgelegten Unterlagen. Nicht einmal an eine Kaffee Pause konnten Sie denken, so sehr waren Sie mit Ihren Aufgaben beschäftigt. Erst am späten Abend bemerken Sie, dass Sie in dem Großraum Büro, in dem Sie Tag für Tag Ihren Job ausüben, noch der einzige Anwesende sind.

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Alle Kollegen – mitsamt dem Chef – haben bereits vor 2 Stunden das Bürogebäude verlassen. Auch für Sie wird es höchste Zeit zu gehen. Denn schließlich haben Sie noch einige organisatorische Details mit dem Leiter der bevorstehenden Seminare zu besprechen – und das findet in einer Akademie statt – am anderen Ende der Stadt. Auch diese Aufgabe führen Sie konsequent durch. Und dann endlich der Moment – Sie sind Zuhause – da herrschen jedoch Totenstille und Dunkelheit. Ihre Frau und die Kinder schlafen – und sogar der Kater befindet sich bereits im Land der Träume. Das war es für diesen Tag – nicht mal mehr den TV anschalten, das Abendessen fällt auch aus. Sie wollen nur noch eines: genau wie der Kater in das Land der Träume eintauchen – morgen ist ein neuer Tag, zum Glück, da wird alles anders, also da, ja da mache ich erstmal was für mich … und täglich grüßt das Murmeltier. Kennen Sie das?

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Das positive daran, Sie sind wirklich konsequent und das in doppelter Sicht. Erstens haben Sie wirklich den Tag straff durchgezogen – Konsequenz gehört zu Ihren Tugenden. Und zweitens sind Sie konsequent inkonsequent und zwar mit sich und den Dingen, die wirklich wichtig sind und nicht nur dringend.

Sie wollen den Kreislauf der konsequenten Arbeitsdisziplin durchbrechen? Dann sollten Sie die facettenreiche Vielfalt der Prokrastination in Ihrem Leben willkommen heißen. Prokrastination will gelernt sein. Schritt für Schritt zum perfekten Aufschieber.

 

Zu Beginn gleich 10 hilfreiche Anregungen und Tipps:
  1. Ignorieren Sie alle Anflüge von Konsequenz und Disziplin.
  2. Legen Sie sich schlechte Angewohnheiten zu.
  3. Lehnen Sie jegliche Art ab, sich selbst zu reflektieren.
  4. Lassen Sie sich ablenken – wenn Sie wollen auch bei Spiel, Spaß und Spannung.
  5. Seien Sie ohne Grenzen neugierig.
  6. Geben Sie Prioritäten nicht den kleinsten Anflug einer Chance.
  7. Erst die Belohnung, dann die Arbeit.
  8. Beherrschen Sie Multitasking – auf allen Ebenen.
  9. Lassen Sie sich schnellstens immer wieder von neuen Dingen inspirieren.
  10. Verschieben Sie alle Entscheidungen und erforderlichen Handlungen bis auf die letzte Minute.

 

Gründe warum es gut ist aufzuschieben

Aufschieberitis kann in vielen Situationen von Vorteil sein. Denn zum einen sollten Sie bedenken, dass Sie nicht alles gleichzeitig erledigen können. Sie müssen Prioritäten setzen – denn nur so können Sie sich zu 100 % auf eine Sache konzentrieren. Zum anderen ist es beinahe unmöglich, jede Aufgabe mit dem gleichen Enthusiasmus anzugehen. Gerade diese Aufgaben verlangen dann zumeist mehr Geschick und Selbst-Disziplin als alle anderen. Und schließlich und endlich möchten Sie gerade die unliebsamen Situationen mit einem (zumindest einigermaßen) guten Gefühl bewältigen können. Ja ok, manchmal wollen wir nur das gute Gefühl haben, etwas zu erledigen und tun es dann doch nicht.

Fazit: Schieben Sie bewusst auf, Sagen Sie bewusst NEIN und leben Sie bewusst im Jetzt.

 

Sie leben ohne Prokrastination? – Fehler die dann entstehen können

Viele Menschen, die ihre täglichen geschäftlichen oder privaten Aufgaben ohne Prokrastination oder Aufschieberitis bewältigen, funktionieren zumeist nur – sie hören nicht auf ihr Bauchgefühl. Sie klammern sich an DEN einen Plan, den sie verwirklichen wollen und sie ändern nichts an ihrer Situation. Zudem sehen sie zumeist kein links und kein rechts und „überfahren“ ihre Mitmenschen auf diese Art und Weise. Diese Vorgehensweise kann ihnen durchaus einen gewissen Halt geben – aber er gibt ihnen möglicherweise nicht den doch so wünschenswerten „Drive“.

Fazit: Ein Plan schafft einen klaren Blick, aber keine Sicherheit.

 

Was Männer und Frauen aufschieben – die Unterschiede

Es liegt wohl sozusagen in der Natur, dass das Aufschieben bei Männern und Frauen unterschiedliche Ursachen hat. So schieben beispielsweise 23 % der Männer überwiegend Angelegenheiten rund um die Beziehung, den Heiratsantrag und weitere private Probleme auf die lange Bank. Wiederum scheuen sich 23 % vor klärenden Gesprächen (auch ein Konfliktgespräch) und Telefonaten, zudem umgehen sie Situationen, die von ihnen endgültige Entscheidungen abverlangen.

20 % der befragten Männer umgehen langweilige und unangenehme Angelegenheiten so lange es ihnen möglich ist und verschieben die Hausarbeit. Sonstige, eher nicht so relevante Situationen oder Angelegenheiten werden regelmäßig von 20 % umgangen. Themen wie Vorsorge, Absicherung, Arztbesuch, gesunde Ernährung und Sport werden von 14 % aufgeschoben.

Dagegen verschieben 38 % der Frauen einige Aufgaben rund um die Hausarbeit.

22 % umgehen eine schnelle Erledigung sonstiger Aufgaben. Hingegen sind 16 % der Befragten nicht dazu bereit sich kurzfristig auf die Themen gesunde Ernährung, Sport und Urlaub einzulassen – sie kümmern sich auch ungern um sich selbst. Bei 8 % wird das morgendliche Aufstehen gerne um einige Minuten hinausgezögert. Wir wissen es sind nicht nur einige Minuten, es sind bis zu 7x SNOOZEEEEN.

 

Beispielhafte Frage und Antwort aus meiner Umfrage

Frage: „Was wollten Sie in diesem Jahr tun und haben es nicht noch immer nicht getan?“

Foto: pathdoc / Fotolia

Antwort: „Ich wollte mir einen neuen Partner, einen neuen Job und auch eine andere Wohnung suchen. Zudem nahm ich mir vor, ein Buch pro Woche zu lesen und wollte konsequent telefonische Akquise betreiben, einen Hobby Kurs belegen und eine Fahrradtour mit der Familie und Freunden unternehmen. Später überdachte ich diese Vorhaben noch einmal. OK – es fielen mir auch manche Ausreden ein, warum ich möglicherweise etwas nicht so einfach umsetzen könnte – und ich fand auch einige Gründe dafür.“

 

 

 

 

Und nun weitere Rezepte, die das perfekte Aufschieben ermöglichen:
  1. Finden Sie immer wieder Ausreden.
  2. Geben Sie nach Möglichkeit immer anderen Personen die Schuld.
  3. Träumen Sie mehr, schmieden Sie keine Pläne und handeln Sie weniger.
  4. Reden Sie das was schlecht und nicht erledigt ist schön.
  5. Erledigen Sie nur die leichten Vorhaben bzw. Aufgaben sofort.
  6. Stellen Sie sich unwissend oder möglicherweise auch dumm.
  7. Sagen Sie, dass Sie keine Zeit dafür haben, um es sofort zu erledigen.
  8. Beantworten Sie alle Fragen und Bitten mit „Ja, klar. Das mache ich.“
  9. Nehmen Sie an mehreren Ereignissen teil – Tanzen Sie auf möglichst vielen Hochzeiten.
  10. Erledigen Sie immer die kleinen Dinge zuerst.
  11. Lassen Sie sich für die großen Dinge noch mehr Zeit.
  12. Die wichtigen Dinge können warten – erledigen Sie immer zuerst das was dringend ist.
  13. Nutzen Sie nach Möglichkeit alle Kommunikationskanäle mit aufwühlenden Ton-Funktionen oder Vibrations-möglichkeiten.
  14. Leben Sie konsequent nach dem Motto „carpe diem“ damit Sie nichts aus der Ruhe bringt.
  15. Planen Sie überhaupt nichts mehr.
  16. Diskutieren Sie alles bis auf die kleinste Kleinigkeit aus.
  17. Geben Sie niemals nach.
  18. Haben Sie immer Recht.
  19. Anstatt zu handeln: rechtfertigen Sie sich was das Zeug hält.
  20. Seien Sie zu jedem Menschen nett.
  21. Klammern Sie sich an der Vergangenheit fest.
  22. Sagen Sie in keiner Situation was Sie denken.
  23. Seien Sie inkonsequent, undiszipliniert und unpünktlich.
  24. Umgeben Sie sich mit Menschen, die alles vor sich herschieben.
  25. Lernen Sie den Zweifel zu lieben.

    Foto: vencav / Fotolia

 

Fazit

Werden Sie zum perfekten Aufschieber. Lernen Sie bewusst aus den vergangenen Erfahrungen, aber klammern Sie sich nicht daran fest. Leben Sie bewusst im Jetzt und planen Sie bewusst die Zukunft. Je klarer Sie NEIN sagen, umso klarer sagen Sie JA zu den Dingen, die Sie dann auch umsetzen. TUN steht für „Trägheit Unermüdlich Neutralisieren“. In diesem Sinne alles Gute und ich freue mich über Ihre Bilder und Ihre Beweise 2017, dass Sie endlich Ihre Ziele erreichen.

 

Haben Sie noch weitere Anmerkungen zu diesem Thema? Dann hinterlassen Sie mir gern einen Kommentar oder schreiben mir.

Ich freue mich auf unseren Austausch!

Ihr

Daniel Hoch

Pressebild von Daniel Hoch für Homepage und youtube- Infokarten

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